Polizeireporterin Grappa freut sich über eine Dienstreise
nach Italien. Der Anlass ist allerdings weniger freudig, denn am Lago Maggiore
wurden eine Bierstädter Familie und ein israelischer Journalist ermordet.
Wenig erfreulich ist auch, dass Grappas Freund Hauptkommissar
Friedemann Kleist in Italien eine sehr attraktive Dolmetscherin zur Seite
gestellt wird. Gut, dass Grappa nicht besitzergreifend und eifersüchtig ist…
Vollends unerfreulich wird der Aufenthalt am Lago Maggiore,
als sich herausstellt, dass die Ursache für die Morde in der unschönen
Vergangenheit dieses schönen Sees liegt. Hier hatte die SS Juden ausgeplündert
und ermordet.
Eine Spur führt in Bierstadts Neonazi-Szene, die immer
stärker und brutaler wird. Das bekommt auch Grappas Lieblingsbäckerin Anneliese
Schmitz zu spüren, die sich einer antifaschistischen Bürgerinitiative angeschlossen
hat.
Beharrlich wie immer ermittelt Grappa und deckt die
Verbindungen zwischen den aktuellen Verbrechen und den Geschehnissen in der
NS-Zeit auf. Und was hier über das Erstarken der Neonazi-Szene geschrieben
wird, ist leider nicht erfunden, sondern traurige Wahrheit.
Ich mag diese Krimi-Reihe, die stets aktuelle politische
Ereignisse aufgreift, sehr gern. Mir gefällt besonders Grappa mit ihrer
Sturheit und mit ihrer leicht chaotischen Herangehensweise. Sie findet immer
wieder unkonventionelle Wege, um herauszufinden, was sie wissen möchte. Das liest
sich flüssig, zumal auch der Humor nicht zu kurz kommt.
Diese Krimi-Reihe ist einfach gut und wird immer besser.
© Petra Samani, Mai 2013
Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die Toten vom See. ISBN 9783894254186. Flexibler Einband, 224 Seiten, erschienen am 16.05.2013 bei Grafit




